Die Geschichte der Haartransplantation

Die Geschichte der Haartransplantation reicht weit in das letzte Jahrhundert zurück. Heute ist sie eine weit verbreitete und häufig angewandte Form der kosmetischen Chirurgie und hat vielen Menschen auf der ganzen Welt zu einem jugendlicheren und vitaleren Aussehen verholfen.

Bereits seit dem 18. Jahrhundert gibt es Berichte über mehr oder weniger erfolgreiche Verpflanzungen behaarter Hautteile bei Tieren und Menschen.

Dr. Okuda

Der japanische Dermatologe Dr. Okuda beschreibt 1939 zum ersten Mal die Punch-Technik. Er benutzte kleine Durchschläge (engl. Punches) um behaarte Teile der Kopfhaut auszustanzen und in anderen Bereichen wieder einzupflanzen. Die verpflanzten Haare wuchsen auf an ihrer neuen Position weiter. Dr. Okuda entwickelte diese Methode nicht für die Behandlung von androgenetischem Haarausfall, er benutzte dieses Verfahren, um bei schweren Verbrennungen etwa der Augenbrauen, Bartregionen oder der Kopfhaut den natürlichen Haarwuchs wieder herzustellen.

Dr. Tamura

Erstmals wird 1943 von der Eigenhaarverpflanzung mit sog. Kleinsttransplantaten (Micrografts) durch den japanischen Dermatologen Dr. Tamura berichtet. Diese Transplantate enthielten 1-3 Haare und wurden von Dr. Tamura nur für die Wiederherstellung von weiblichem Haar verwendet. Bei dieser Methode wurde das Spendermaterial aus elliptischen Streifen des Haarkranzes gewonnen. Die von Dr. Tamura verwendete Technik ist der heute in Deutschland als Standard verwendeten Methode sehr ähnlich.

Die von Dr. Okuda und Dr. Tamura eintwickelten Verfahren blieben der westlichen Welt vermutlich wegen des 2. Weltkrieges verborgen.

Dr. Orentreich

Im Jahre 1959 veröffentlichte Dr. Orentreich in New York seine Arbeit über Eigenhaarverpflanzung. Ohne Wissen über die Erkenntnisse der japanischen Ärzte entdeckte er, dass Haarfollikel, die aus dem Haarkranz entnommen und in kahle Stellen eingepflanzt wurden, weiterhin Haare wachsen ließen und ihre langlebigen Eigenschaften behielten. Sein Ziel war es, möglichst viele Haarwurzeln ubeschadet mit einem Transplantat zu verpflanzen. Ideal erschienen ihm hierfür Zylinder mit einem Durchmesser von 4mm. Diese Methode war bis in die 90er Jahre sehr populär und wird auch heute noch angewandt.

Dr. Lucas

Der Münchener Arzt Manfred Lucas stellte 1986 auf dem VII. International Congress of Dermatologic Surgery in London die flächendeckende Behandlung mit Minigraafts (4-8 Haarwurzeln) und Micrografts (1-4 Haarwurzeln) vor. Er benutzte dieses Verfahren als einer der Ersten, und erzielte große Fortschritte in der Natürlichkeit.

Dr. Woods

Als Pioniere der Follicular Unit Extraction (FUE) gelten Ray und Angela Woods. In den frühen 90er Jahren entwickelten sie diese Technik, bei der die Haarfollikel einzeln eintnommen und implantiert werden. Ein anderer Arzt, Dr. Inaba, beschreibt in einem 1996 veröffentlichten Text eine ähnliche Methode zur Entnahme einzelner Haarfollikel. Wer die Technik tatsächlich als erster angewandt hat ist jedoch unklar.

Dr. Jones, Dr. Cole

Da Dr. Woods keine Einblicke in seine Arbeit zuließ, begann Dr. Jones 2002 an einer eigenen Mehtode zur FUE zu arbeiten, welche er im August des selben Jahres mit sehr positiven Reaktionen öffentlich anbot. Durch Fortschritte von Dr. Jones aufmerksam geworden begann Dr. Cole kurze Zeit nach ihm mit der Entwicklung einer eigenen FUE-Technik. Beide Ärzte sind sehr bemüht andere Dermatologen auszubilden und ihr Wissen weiterzugeben.