Gute/Schlechte Haartransplantationen

Die Qualität des endgültigen Resultates hängt sehr stark von dem Fachwissen und den Fähigkeiten des durchführenden Chirurgen ab. Es gibt viele Dinge, die bei einer Haarverpflanzung zu beachten sind. Hier finden Sie einige markante Gesichtspunkte, die für die Qualität einer Haartransplantation entscheidend sind.

Natürliche Haarlinien

Von Natur aus wachsen die Haare am Ansatz jeweils einzeln. Dies können Sie leicht mit einem Blick in den Spiegel erkennen. Die hinteren zwei Drittel des Kopfes und der Hinterkopf besitzen follikulare Einheiten aus denen bis zu vier Haare wachsen. Wird nun eine solche Follikulare Einheit an den Haaransatz verpflanzt, ergibt sich ein sehr auffälliges und unnatürlich wirkendes Bild.

Um eine natürliche Haarline zu erzeugen, die auch noch im Alter natürlich wirkt und gut aussieht, müssen vor allem bei jungen Patienten die Erwartungen realistisch gehalten und sorgfältig mit den zur Verfügung stehenden Haaren kalkuliert werden.

Dense Packing

Unter Dense Packing versteht man das Transplantieren mit sehr hohen Haardichten. Je höher die endgültige Haardichte, desto natürlicher die Wirkung des Resultats. Um die Haare wieder dicht aussehen zu lassen, sind im trockenen Zustand Dichten von 50 FU/cm² und bei nassen Haaren ca. 70 FU/cm² notwendig. Diese Werte sind theoretisch, in der Praxis können je nach Haarfarbe, Haardichte und Struktur individuelle Abweichungen auftreten. Wenn die einzelnen Grafts nich dicht genug bei einander eingepflanzt werden, so stechen einzelne Haarinseln stark hervor. Die durch die Operation entstandenen Narben werden nicht verdeckt und der Blick nur zusätzlich auf sie gelenkt.

Wird eine zu hohe Haardichte gewählt, ist das verbleibende Spendermaterial für eine Folgeoperation eventuell nicht ausreichend. Dies kann passieren, wenn keine Sicherheitsreserven eingeplant und auf ein Worst-Case Szenario verzichtet wird. Die verpflanzten Haare müssen entfernt werden, um wieder ein natürliches Bild zu erzeugen.

Ein weiterer Problempunkt ist, dass die Anwuchsraten mit steigender Dichte geringer werden und die Narbenbildung zunehmen können. Diese Tendenzen sind zwar individuell, dennoch ist von sog. Ultra-Dense-Packing abzuraten.

Anwuchsraten

Es gibt verschiedene Ursachen für geringe Anwuchsraten nach einer Haartransplantation. Egal ob die Grafts bzw. FU's zu lange vom Körper getrennt oder nicht richtig eingesetzt wurden, ist dies aus mehreren Gründen bedauerlich. Zum einen ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend und den großen Aufwand nicht wert. Die Dichte der verpflanzten Haare ist zu gering und die Kophaut scheint durch. Auf der anderen Seite ist eine große Menge an Spendermaterial, also verpflanzbaren Haarfollikeln, die unempfindlich gegenüber DHT sind, unwiederbringlich verloren gegangen. Diese Verschwendung einer nicht erneuerbaren Ressource aufgrund von einem Mangel an Fähigkeiten und Talent im Umgang mit dem Gewebe ist nicht notwendig.

Wuchsrichtung

Ebenfalls zu beachten ist die Wuchsrichtung der Haare. Es mag vielleicht banal und logisch klingen, doch es ist tatsächlich schon vorgekommen, dass dieser Punkt nicht beachtet wurde. Die Haare wachsen chaotisch in verschiedene Richtungen und lassen sich auch durch kämmen oder Stylingprodukte nicht einheitlich in Form bringen.

Billiganbieter

Ein fairer Preis ist natürlich kein Anzeichen für einen schlechten Anbieter, doch in jedem Falle sind Vorsicht und Skepsis angebracht. Behalten Sie im Hinterkopf, dass es dabei um Ihre Gesundheit und Ihren Körper geht, mit dem Sie den Rest Ihres Lebens verbringen möchten. Schließlich hat Eitelkeit ihren Preis und gute Arbeit ist ihr Geld wert.