Medikamente und andere Mittel gegen Haarausfall

20 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Haarausfall, wie sehr die Betroffenen psychisch darunter leiden ist für Außenstehende nur schwer nachvollziehbar. Für viele ist die Suche nach geeigneten Medikamenten ein langer Weg voller Misserfolge. Der soziale Druck ist hoch und die Möglichkeiten über dieses Thema zu reden sehr gering. Täglich wird man beim Blick in den Spiegel damit konfrontiert und so sind Ängste ein ständiger Begleiter, Ängste eine vollständige Glatze zu bekommen, keinen Partner zu finden oder sogar vom Partner verlassen zu werden.

Vor dem Hintergrund dieser Faktoren ist es verständlich, dass Medikamente und Mittel gegen Haarausfall ein solch lukrativer Markt sind, an dem natärlich auch unseriöse Anbieter verdienen wollen. Doch abgesehen von diesen "schwarzen Schafen" sind einige Erfolg versprechende Substanzen erhältlich. Allerdings ist es meist nur möglich den Haarausfall zu stoppen oder zu verlangsamen.

Neben zugelassenen und verschreibungspflichtigen Medikamenten gibt es auch viele frei erhältliche Produkte. Diese sind meist Nahrungsergänzungsmittel, die den Aminosäuren- und Proteinhaushalt ausgleichen sollen. Durch eine bessere Versorgung der Haarfollikel über die Kopfhaut kann das Haarwachstum verbessert werden.

Zugelassene/verschreibungspflichtige Medikamente

Es gibt verschiedene zugelassene Medikamente die in Apotheken auf Rezept oder frei zu erwerben sind. Die wirksamsten dieser Medikamente basieren fast ausschließlich auf lediglich zwei Substanzen. Oral eingenommen wird der Wirkstoff Finasterid, der Wirkstoff Minoxidil wird zur äußerlichen Behandlung der Kopfhaut benutzt.

Finasterid

Die Wirkungsweise von Finasterid beruht auf der Blockade des Enzyms 5-Alpha-Reduktase, welches für den Abbau von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) verantwortlich ist. Auf besagtes DHT reagieren die Haarfollikel mit einer Verkürzung der Wachstumsphase bis sie schließlich ganz ihre Funktion einstellen. Wird das Enzym blockiert kann weniger DHT gebildet werden und der Einfluss des Hormons auf das Haarwachstum wird verringert. Die Wirkung ist im Tonsurbereich am stärksten und im Bereich der Geheimratsecken oftmals sehr gering.

Wird das Medikament jedoch abgesetzt, schreitet der Haarausfall weiter fort und neu gewachsene Haare können wieder verloren gehen. Da Finasterid in den Hormonstoffwechsel des Körpers eingreift, können schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten. Das Präparat ist nicht für Frauen geeigent. Schwangere sollten jeglichen Kontakt mit diesem Stoff vermeiden.

Finasterid ist enthalten in den Medikamenten Androfin, Crinormin, FinaHAIR, Finamed, Finascar, Finastad, Finasterax, Finural, Prezepa, Propecia, Proscar und Prosmin.

Minoxidil

Der Wirkstoff Minoxidil wird in einer Lösung auf die Kopfhaut aufgetragen. Die Wirkungsweise des Stoffes ist noch nicht vollständig erforscht. Es wird vermutet, dass Minoxidil durch seine blutdrucksenkende Wirkung die Kapillaren erweitert und so die Durchblutung fördert. Die Haarfollikel sollen ebenfalls stimuliert werden. Wie Finasterid wirkt Minoxidil hauptsächlich in den hinteren zwei Dritteln der Kopfhaut.

Ursprünglich wurde Minoxidil nur zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt, als Nebenwirkung wurde jedoch auch ein verbesserter Haarwuchs beobachtet. Da Minoxidil nicht in den Hormonstoffwechsel eingreift, ist es sowohl für Männer als auch für Frauen geeignet. Der Stoff wird häufig in alkoholischen Haarwassern gelöst, deshalb
können eine trockene Kopfhaut und Schuppen als Nebenwirkungen auftreten.

Minoxidil ist enthalten in den Präparaten Alopexy, Loniten, Lonolox, Neocapil und Regaine.

Frei erhältliche Mittel

Im Allgemeinen ist eine ausgewogene Ernährung ausreichend um den Körper mit allen notwendigen Nährstoffen und Spurenelementen zu versorgen. Doch viele Menschen achten nicht darauf, sich gesund zu ernähren, und so entstehen Mangelzustände, die ebenfalls zu Haarverlust führen oder ihn begünstigen können. Daher finden Nahrungsergänzungsmittel auch im Bereich des Haarausfalls großen Absatz. Die Wirksamkeit ist nur teilweise erwiesen, doch viele Nutzer berichten von sehr positiven Ergebnissen.

Da die Produkte ausschließlich frei von Nebenwirkungen sind, ist eine Therapie mit solchen Präparaten definitiv einen Versuch wert. Populär sind Kuren mit Aminosäuren, Zink, Vitamin B oder H, Hirseextrakt und Kombinationspräparate.