Planung einer Haartransplantation

Wenn Sie eine Eigenhaarverpflanzung durchführen lassen möchten, sollten Sie viele Dinge im Voraus beachten. Eine sorgfältige Planung ist die Vorraussetzung für ein zufriedenstellendes Ergebnis. Als erstes stellt sich die Frage, ob Sie überhaupt für eine Haartransplantation geeignet sind, bzw. ob ein solcher Eingriff bei Ihnen überhaupt sinnvoll ist. Bestimmte Vorraussetzungen müssen gegben sein, um eine erfolgreiche Transplantation durchführen zu können.

Da der neu konstruierte Haaransatz auch im Alter noch gut und natürlich aussehen soll und die verpflanzbaren Haare eine begrenzte Ressource sind, muss damit sehr verantwortungsbewusst umgegangen und gearbeitet werden. Den weiteren Verlauf des Haarverlustes möglichst genau abzuschätzen, ist dabei sehr wichtig. Mit der weiteren Entwicklung der Haarsituation werden die Möglichkeiten, die bei einer Operation zur Verfügung stehen, stark beeinflusst. Alter und Vergleiche in der nahen Verwandschaft können dabei hilfreich sein. Der weitere Haarausfall eines Patienten, der beispielsweise 20 Jahre alt ist, lässt sich viel schwerer einschätzen als der eines 50 jährigen. Genaue Vorhersagen können jedoch in keinem Alter getroffen werden, nicht einmal von Medizinern.

Mikroskopie/Computertrichogramm

Ein wichtiger Teil der Planung ist die Untersuchung der Kopfhaut. Durch Mikroskopie oder ein Computertrichogramm werden verschiedene Aspekte untersucht. Eine solche Untersuchung ist bei verschiedenen Anbietern im kostenlosen Beratungsprogramm enthalten. Einerseits ist die Haardichte bzw. die Dichte der follikularen Einheiten auf der Kopfhaut entscheidend. Sie legt fest, wie viele follikulare Einheiten oder Grafts zur Verfügung stehen. Durch Flächenberechnungen und Durchschnittswerte lässt sich die Anzahl der aus dem Haarkranz entnehmbaren Haarfollikel annähernd berechnen. Auf der anderen Seite ist die natürliche Haardichte auf der Kopfhaut auch ein Indiz dafür, welche Haardichte später einmal notwendig sein könnte, um ein natürliches Ergebnis zu erzeugen.

Neben diesen Faktoren wird mit der annehmbaren Weiterentwicklung des Haarverlustes ein "Worst-Case"-Szenario, also der ungünstigste mögliche Ausgang erstellt. Mit diesem Modell werden dann die Möglichkeiten eingegrenzt. So ist eine realistische Planung des neu kreierten Haaransatzes möglich, so dass noch genügend Reserven für eventuelle Folgeoperationen erhalten bleiben. Grundsätzlich sollten nur die Haare aus dem Haarkranz in die Berechnungen mit einbezogen werden. Die Verpflanzung von Körperhaaren ist zwar möglich, sollte jedoch nur im Notfall angewandt werden, da die Technik noch nicht sehr ausgereift und die Erfolgswahrscheinlichkeit individuell unterschiedlich ist.

Den richtigen Chirurgen finden

Eine Haartransplantation ist immer mit dem Risiko einer Operation verbunden, und dieses Risiko ist nicht zu unterschätzen. Begeben Sie sich daher nur in die Hände eines erfahrenen und verantwortungsbewussten Chirurgen. Die eigenen Erwartungen können bei der Suche nach diesem im Wege stehen. Durch den Wunsch nach einer möglichst vollen, möglichst tiefen Haarlinie lassen sich manche Patienten dazu hinreißen, einem eher unvorsichtigen Chirurgen, der großzügig auf Reserven verzichtet und den weiteren Verlauf nur am Rande berücksichtigt, ihr Vertrauen zu schenken. Doch verlaufen die Dinge nicht optimal, kann dieser Leichtsinn schwere Konsequenzen nach sich ziehen. Stehen nicht genügend verpflanzbare Haarfollikel für eine Folgeoperation zur Verfügung, bietet sich ein absurdes, wenn nicht sogar skurriles Bild.

Mit den Fähigkeiten und der Umsicht des Chirurgen steht und fällt der Erfolg der Transplantation. Bei der Auswahl des Arztes sollten Sie daher grundsätzlich Dokumentationen von bisherigen Operationen anfordern und diese aufmerksam unter die Lupe nehmen. Es gibt viele Möglichkeiten, alleine durch verändern von Licht oder Blickwinkel, die gezeigten Ergebnisse besser aussehen zu lassen als sie sind.

Folgebehandlungen

Um den weiteren Verlust des Haupthaares zu stoppen oder wenigstens zu verlangsamen und eine Folgeoperation möglichst zu verhindern, sollte nach einer Haartransplantation immer eine nachfolgende Behandlung des Haarausfalls durchgeführt werden. Diese kann die konventionellen Methoden der Therapie wie Medikamente und Tinkturen enthalten, aus Nahrungsergänzungskuren bestehen oder alternative Praktiken, wie die Laser-Therapie mit einbeziehen.